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Agrardiesel-redaktionell

Informationen zum Agrardieselantrag 2010

Info des HZA zu den Anträgen 2009 und 2010:
Da die bisher eingereichten Anträge teilweise nicht richtig und auch unvollständig ausgefüllt waren, kommt es an den Hauptzollämtern nach wie vor zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen bei der Bearbeitung der Anträge! Für jede Ergänzung und Korrektur mussten die Unterlagen (manchmal mehrfach) an die Antragssteller zurückgeschickt werden.
Dies wird für das Entlastungsjahr 2010 so nicht mehr geschehen! Werden Flächen angegeben, aber keine Verbräuche eingetragen, können die Verbrauchswerte amtlich geschätzt werden. Wird die De-minimis-Erklärung nicht ausgefüllt, wird der Gesamtentlastungsbetrag um den geschätzten, auf den Forst entfallenden Anteil des entlastungsfähigen Gesamtverbrauchs gekürzt.
 

 
Bevor Sie mit dem Ausfüllen beginnen, sollten Sie sich wichtige Unterlagen zurechtlegen. 
Welche Unterlagen brauche ich?
·                 Kopie vom Antrag des Vorjahres
·                 Dieselrechnungen
·                 gefahrene Km bei vorhandenem PkW
·                 eingene Dieselbescheinigungen durch Lohnunternehmer selbst ausgestellt
 
Die Bescheinigungen für den überbetrieblichen Einsatz senden wir unseren Mitgliedern automatisch jeweils im Februar.
Der Gasölantrag für 2010 legen wir diesen Bescheinigungen bei. Weitere Formulare liegen in der Geschäftsstelle aus.
Sie können den Agrardieselantrag entweder online (Vordruck Nr.1140 in der zweiten Zeile) ausfüllen. Die "komprimierte Steueranmeldung" muß unterschrieben per Post nachgeschickt werden. Bitte beachten Sie auch die Ausfüllhinweise. Sie können den Antrag natürlich auch downloaden, von Hand ausfüllen und senden an:
 
HZA Dresden
Liegenschaft Löbau
- Sachgebiet Agrardieselvergütung -
Weststraße 16
02708 Löbau
Postfach 14 65
02704 Löbau

Tel. (0 35 85) 4 17-0
Fax (0 35 85) 4 17-1 20

E-Mail poststelle@hzazi.bfinv.de
 

Die Abgabefrist für das
Verbrauchsjahr 2010 endet  am 30.09.2011


Alternativen zum Agrardiesel


Energiemärkte im Aufbruch
Die stark gestiegenen Energiepreise der letzten Monate zeigen deutlich: die Zeiten billiger Kraftstoffe sind vorbei. Hauptursachen sind die in Abbildung 1 dargestellten Entwicklungen:


 
der weltweite Verbrauchsanstieg (besonders in China und Indien) trifft auf eine kaum noch zu steigernde Förderkapazität von Rohöl. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Preisentwicklung der Tankstellenpreise wieder. siehe Abbildung 2



 
EU und Bundesregierung haben die Gefahr der Abhängigkeit vom Rohöl erkannt. Eine EU-Direktive gibt vor, daß bis 2010 5,75% aller Kraftstoffe durch Biokraftstoffe zu ersetzen sind. Mit der Mineralölsteuerbefreiung für Biokraftstoffe und dem Energieeinspeisegesetz (EEG) sind konkrete Lenkungsmechanismen eingeführt worden.


Kürzung bei Agrardiesel

 

Die steigenden Kraftstoffpreise stellen für die landwirtschaftlichen Betriebe eine erhebliche Kostensteigerung da. Diese Kostensteigerung wird in Deutschland 2005 noch durch die Kürzung bei Agrardiesel (Abb. 3) verschärft.



 Bei einem Selbstbehalt von 350 € und einer Mindestauszahlung von 50€ wird erst ab einem steuerbegünstigten Verbrauch von 1.862 l die Steuerrückerstattung von 21,48 €/100 l gezahlt. Maximal wird sie für 10.000 l/Betrieb gewährt. Unternehmen der überbetrieblichen Maschinenverwendung wie z.B. Maschinengemeinschaften, Lohnunternehmen und Wasser- und Bodenverbände sind selbst nicht antragsberechtigt. Diese Organisationen können den Treibstoffverbrauch gesondert auf der Abrechnung ausweisen, damit der Einzelbetrieb diese Menge dann in seinem Rückerstattungsantrag beim Zollamt mit einreichen kann. Die neue Agrardieselregelung trifft kleine Betriebe (unter ca. 18 ha) und vor allem größere Betriebe (über 100 ha). Bei einem Durchschnittsverbrauch im Ackerbau von 100 l/ha fehlen diesen Betrieben 21,48 €/ha. Bei viehhaltenden Betrieben mit höherem Verbrauch ist der Verlust je Hektar entsprechend höher.  
Wirtschaftliche Alternativen

Den landwirtschaftlichen Betrieben stellt sich die Frage, wie sie den Kostensteigerungen begegnen können. Oberstes Ziel ist Spritsparen. Dies kann z.B. durch folgende Maßnahmen erreicht werden:

Ø Bei Neuanschaffung, spritsparende Maschinen auswählen
Ø Spritsparende Fahrweise
Ø Einsparung von Arbeitsgängen: z.B. auf Mulchsaat umstellen
Ø Effektiv arbeiten: Wege- und Wendezeiten durch Zusammenlegung von Flächen und Arbeitsgängen reduzieren

Eigenverbrauchstankstellen
Förderung duch die FNR
Pressemeldung von der FNR zum Thema



 Eine weitere Alternative ist die Umstellung von Mineraldiesel auf Biodiesel oder Rapsöl. Die Preistabelle (Abb. 4) zeigt, dass Agrardiesel, soweit es im oben genannten Rahmen noch verbilligt ist, günstiger ist als Biodiesel und kaltgepresstes Rapsöl. Für den nicht verbilligten Mineraldieselanteil im Betrieb sind Biodiesel und Rapsöl günstige Alternativen.

 
Biodiesel und Rapsöl aus technischer Sicht

Der Vorteil von Biodiesel liegt darin, dass an den Motoren keine Umrüstungen vorgenommen werden müssen, wenn Freigaben der Hersteller vorliegen. Im Landtechnikbereich geben alle führenden Hersteller ihre Motoren für Biodiesel frei. Es liegen jahrelange positive Erfahrungen im Betrieb mit Biodiesel vor, so dass eine Umstellung kurzfristig erfolgen kann und kein Risiko darstellt. Die Empfehlungen zur Umstellung auf Biodiesel, die weiter unten genannt werden, sollten aber beachtet werden. Eine Mischung aus Rapsöl und Mineraldiesel ohne Umrüstung ist für moderne Motoren mit Direkteinspritzung nicht zu empfehlen, da es sehr schnell zu Verkokungen und somit zu Motorschäden kommen kann. Aus diesem Grund sind in der Norm für Biodiesel (E DIN 14 214) die Triglyceride (= unveresterten Rapsölbestandteile) auf max. 0,2% begrenzt. Bei der Umrüstung auf kaltgepreßtes Rapsöl (dezentrale Kleinölmühle) oder Rapsölraffinat (Großölmühle) sind einige Besonderheiten zu beachten. Die Erfahrungen aus dem 100-Schlepper-Programm zeigen, daß es eine Reihe positiver Erfahrungen gibt, wenn folgende Rahmenbedingungen eingehalten werden:
 






 
Ø Umrüstung durch erfahrene Werkstatt,
    die auch Garantie gibt
Ø Nur geeignete Motoren umrüsten
    (Brennraum, Einspritzpumpe)
Ø Motoröl auf Ölverdünnung regelmäßig prüfen
Ø Motor sollte möglichst ausschließlich im hohen     Lastbereich gefahren werden, z.B. schwere     Bodenbearbeitung, Pressen, Häcksler, Roder etc.
Ø Zweitanksystem (mit Mineraldiesel warm fahren) scheinen die Probleme beim Rapsölbetrieb am besten zu lösen
Ø Rapsölqualität mindestens nach RK Qualitätsstandart 5/2000.
 Eine schlechte Ölqualität führt zu Filterproblemen, zu Ablagerungerungen im Kraftstoffsystem und im Verbund mit hohen Phosphorgehalten zu Ablagerungen im Motor

Wenn die Umrüstung technisch funktioniert, ist die Wirtschaftlichkeit bei Umrüstkosten von ca. 5.000 €/Motor gegeben, wenn der Motor eine hohe Auslastung hat und wesentlicher Preisabstand zum Biodiesel gegeben ist.


 

Empfehlung bei Umstellung auf Biodiesel

Bei der Umstellung auf Biodiesel sollten folgende Punkte beachtet werden:

Ø Freigegebene Fahrzeuge:
Keine Umrüstung, außer bei Verteilereinspritzpumpen. Diese sollten mit Viton-Dichtungen neu abgedichtet werden, auch wenn es eine allgemeine Freigabe des Traktor-Herstellers gibt.
technische Freigaben der Motoren- bzw. Schlepperhersteller
Ø Bei nicht freigegebenen Fahrzeugen sind alle Leitungen und Dichtungen im Kraftstoffsystem gegen Viton-Material auszutauschen
Ø Lagertank: Vor der Erstbefüllung mit Biodiesel sollte der Tank gereinigt werden. Der Zapfschlauch sollte biodieselfest ausgelegt werden.
Ø Kraftstofffilter: Durch die gute Lösungsmitteleigenschaft werden die alten Ablagerungen im Kraftstoffsystem aufgelöst und können zu Filterverstopfungen führen. Auch im Normalbetrieb ist die Standzeit des Kraftstofffilters teilweise geringer als mit Mineraldiesel.
Ø Motorölverdünnung: da es speziell im niedrigen Lastbereich zu Eintrag von Biodiesel in das Motoröl kommt, muß je nach Einsatzbedingung und Motor der Motorölwechselintervall verkürzt werden.

Gefördert wird die Einrichtung von Eigenverbrauchstankstellen für Biokraftstoffe durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR). hier mehr.

Interessenten erhalten Informationen bei der Hessischen EZG für Ölsaaten zur industriellen Verwertung w.V., Wölfersheim, www.rapsbiodiesel.de, Tel. 06036/9787-0 oder Fax: 06036/9787-16.

Autor Georg Dierschke





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